Welpenschule

Gewöhnung an die neue Umgebung.

Für Deinen Hund ist jetzt alles neu: die fremden Menschen, Umgebung, Gerüche und Geräusche. Gewöhne Deinen Hund behutsam an all die neuen Eindrücke.

Laß den Hund nicht sofort in alle Zimmer, sondern beschränke Dich z.B. auf das Wohnzimmer und das Schlafzimmer oder den Ort, wo der Hund schlafen soll.

Es ist von Vorteil, wenn der Hund (zumindest zunächst) in Deiner Nähe, also im Schlafzimmer schlafen kann – er ist von seiner „Wurfhöhle“, seinen Wurfgeschwistern und seiner Mutter sehr abrupt getrennt worden (ganz im Gegensatz zur Natur des Wolfes) und er ist es nicht gewohnt, ohne sein Rudel zu sein – gib ihm deshalb auch nachts das Gefühl, nicht alleine zu sein (zumindest bis er sich eingewöhnt hat).

Bedenke, dass die Dir gewohnten Geräusche für Deinen neuen Hund etwas vollkommen Unbekanntes sein können. Unser erster Beagle „Fleckerl“ hatte z.B. Angst vor dem Fernseher, vor der Dunstabzugshaube und vor den am Garten vorbeifahrenden Autos. Auch beim Spaziergang muss der Hund alles neu erfahren: Pferde, Kühe, …, Jogger, Radfahrer, …, Flatterbänder, … . Wenn Dein Hund Angst zeigt, dann versuche, ihn sehr langsam und geduldig (evt. mit Leckerchen) an das fremde „Ding“ heranzuführen – zwinge ihn aber niemals, sofort damit Kontakt aufzunehmen – wenn es beim ersten Mal nicht klappt, dann versuche es eben beim nächsten Spaziergang erneut.

Übe im Welpen- und Junghundalter alles, was für Dich und Deine Familie zum Alltag gehört – der Hund kann sich so auf Deine Umwelt einstellen und dies gelingt leichter, je jünger der Hund ist. Zu Deinem Alltag können z.B. gehören: Auto-, Bus- und Bahnfahren, S- und U-Bahn, Stadtbummel, Besuch bei Freunden oder Besuch von Freunden in Deiner Wohnung, … .

Setze niemals voraus, dass Dein Hund sich in einer neuen Situation auch korrekt (in Menschenaugen korrekt) verhalten kann.

Übe korrektes Spielen mit Deinem Hund, damit er seine Beißhemmung aufbauen kann (wenn er zu feste beißt, dann beende das Spiel). Übe mit Deinem Hund, dass er bestimmte Dinge nicht anknabbern darf – auch hier braucht es mitunter viel Geduld, bis der Hund weiss, was er darf und was nicht. Wenn Dein Hund trotz aller Übung und Geduld einige Dinge nicht verschont lassen will, dann räume sie weg, bevor Du Deine und die Nerven Deines Hundes überstrapazierst.

Bei allem, was Du mit Deinem Hund tust, bitte schrei ihn nicht an und füge ihm keine Gewalt zu – Dein Hund kann nur so gut sein, wie Du es zuläßt und Du in der Lage bist, ihn richtig zu erziehen.

Uns erschrecken immer wieder einige Frauchen und Herrchen, die mit der Leine oder sonstigem auf ihre Hunde einschlagen oder die lauthals hinter ihrem Hund herbrüllen.

Hier sollte nicht der Hund gemaßregelt werden, sondern der Mensch in einer guten Hundeschule über sich und seinen Hund lernen, wie er eine gute Bindung zum Hund aufbauen kann.